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Hess Automotive stellt Insolvenz-Antrag

Köln, 24. Februar 2022 – Die Kölner Hess Automotive hat diese Woche beim Amtsgericht Köln einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Das Gericht hat dem Verfahren zugestimmt und Rechtsanwalt Dr. Christoph Niering Partner bei NIERING STOCK TÖMP Rechtsanwälte zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Mit dem Schritt soll das Restrukturierungsprogramm des Unternehmens fortgesetzt und der Einstieg eines Investors ermöglicht werden.

Das Unternehmen mit Stammsitz in Köln beschäftigt rund 1500 Mitarbeiter und ist einer der führenden Autoteile-Großhändler für Werkstätten und Fachhändler. Auch durch die Integration von Wettbewerbern wie Jakobs, Schwenker und Werthenbach Autoteile war Hess Automotive in den vergangenen Jahren erfolgreich gewachsen. Zuletzt hatte sich das Auftragsvolumen durch die anhaltende Corona-Situation sowie regionale Einbußen im Nachgang der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr allerdings saisonal deutlich schwächer entwickelt und die Liquiditätssituation des Unternehmens zusehends verschärft. 

„Wir sind davon überzeugt, dass wir aus dieser Krise gestärkt hervorgehen“, sagt Philipp Hess, Geschäftsführer und Mitglied der Inhaberfamilie. Der Markt für Kraftfahrzeugteile befinde sich in einer Phase starker Konsolidierung wie Konzentration. Hier sei neue Stärke für Hess wichtig, um selbst mit den internationalen Ketten und weiteren großen Mitbewerbern Schritt zu halten. In diesem kompetitiven Umfeld liege ein entscheidender Vorteil für das Unternehmen. Hess: „Wir haben unsere Prozesse in der Same Day Logistik perfektioniert und dadurch eine digitale Kundenerfahrung geschaffen, bei der im Markt für KFZ-Ersatzteile nicht viele mithalten können. Hinzu kommt, dass wir bewusst einen sehr persönlichen Austausch suchen, der für unsere Kunden wichtig ist.“ 

Der vorläufige Insolvenzverwalter will jetzt sicherstellen, dass der Geschäftsbetrieb von Hess Automotive stabilisiert und fortgeführt werden kann. Neue Ware, die von Hess bestellt wird, werde auch bezahlt und Waren weiterhin an Kunden ausgeliefert. Die Gehälter der Mitarbeitenden sind über das Insolvenzgeld abgedeckt. Dr. Niering: „Gemeinsam mit der Geschäftsführung werden wir es versuchen, das operative Geschäft aufrechtzuerhalten und eine langfristige Fortführungslösung zu erarbeiten.“ Das Verfahren gibt dem Unternehmen wieder Luft zum Atmen und bereitet den Einstieg eines Investors vor. Es gibt bereits belastbare Anfragen, die wir nun konkretisieren können.“ 

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